Theologie
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Einladung zu einer besonderen Führung auf dem Trauerweg
Sie hören ausgewählte Texte mit musikalischer Begleitung durch Johannes Schöpfer am Saxophon.
Treffpunkt: 14. März 2026 um 16:00 Uhr am Waldfriedhof Herrenberg, hinter der Aussegnungshalle. Dauer: ca. 1 Stunde.
Seit Juli 2015 Jahren laden die TrauerWege ein, Trauer, Abschied und die kleinen Übergänge des Lebens bewusst wahrzunehmen. Dafür sind zwölf unterschiedliche Stationen in die vielfältige Natur eingebettet, von denen jede Raum für ganz eigene Gedanken bietet. Zwei Glaskunstwerke sind im vergangenen Jahr hinzugekommen.
Anlässlich des 10- jährigen Jubiläums findet diese besondere Führung statt.
Alle Interessierten und Unterstützenden sind herzlich eingeladen.
Anmeldung gerne per Telefon unter 07032 / 2061155 oder per E-Mail an hospiz@evdiak.de
Sie können aber auch gern spontan kommen.
Meine Großmutter und ihr ökologischer Fußabdruck
Diese Geschichte in Gedichtform umfasst rund fünfzig zwölfzeilige Strophen und entstand zum 50. Todestag der Großmutter des Autors im Mai 2025. Er erzählt darin aus seiner Oberroter Dorfkindheit, die maßgeblich von seiner Großmutter geprägt war: einer Handwerkerfrau und Bäuerin, die Kurt Oesterle als Kind bei ihren Arbeiten begleiten durfte, deren Frömmigkeit, deren Natur- und Menschenliebe ihn tief beeindruckt und – indirekt und meist ohne Worte – auch erzogen haben. Es war ein Leben in Armut und Bescheidenheit, geprägt von zwei großen Kriegen, die nicht nur ihr Opfer abverlangten. Dieses Leben ist auch durchdrungen von einer Zufriedenheit, die dieser Frau über siebzig Jahre lang Kraft gab. Viele alte, heute ausgestorbene Bräuche, Denkweisen und dörflichen Alltagshandlungen kommen in dieser Strophenerzählung zur Sprache. Sie erinnern an eine untergegangene Lebensform, die man aus heutiger Sicht nur „nachhaltig“ nennen kann. Musikalische Zwischenspiele lässt Christine Knoll mit ihrer Oboe erklingen.
Referent: Kurt Oesterle ist Autor von Romanen wie „Der Fernsehgast“ und „Der Wunschbruder“, sowie von Reportagen- und Essaybänden, und lebt in Tübingen. Er wurde für sein schriftstellerisches Werk ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Berthold-Auerbach-Preis sowie dem Ludwig-Uhland Förderpreis. Er war schon zu verschiedenen Autorenlesungen und Vorträgen in der Mutterhauskirche zu Gast.
In Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung. Die Veranstaltung ist gebührenfrei. Um eine Spende vor Ort wird gebeten.
Die Kelten
In der zweiten Hälfte des letzten Jahrtausends v. Chr. prägen Völker die Geschichte Mittel- und Südeuropas, die ihre griechischen und römischen Nachbarn „Kelten" nannten. Der Vortrag veranschaulicht anhand der Nachrichten antiker Autoren und den Erkenntnissen der modernen Archäologie die wesentlichen Merkmale der keltischen Kultur, gibt einen Überblick über deren Geschichte von den Anfängen bis zur Romanisierung und schließt mit einem Ausblick auf das Weiterleben keltischer Kulturelemente im Mittelalter und in der Neuzeit.
Bernhard Maier lehrt Allgemeine Religionswissenschaft und Europäische Religionsgeschichte an der Universität Tübingen. Er ist ausgewiesener Experte für die Kelten und hat u.a. die Publikation „Die Kelten - Geschichte, Sprache und Kultur" verfasst.
Etwas wie ein Koffer, aus dem ein Hemdzipfel schaut
„Daheimgebliebenheit“, schrieb ich einmal als eine Art von Reiserückruf „die in weitem Bogen, unter einem blaubeschallten Himmel, in gegangenen Flugstunden, das Dorf umrunden wird, mit einem Fernweh nach mir selbst, der ich jetzt hier sitzend diesen alten Mann ansehe, der auf keine Durchsagen achtet, die Halle rastlos auf und abgeht und dabei etwas wie einen Koffer, aus dem ein Hemdzipfel schaut, herzieht hinter sich.“ Dieser Hemdzipfel also: das, was ohne zu sprechen für sich selber spricht. Die Intensität der Wahrnehmung geht aus von einem Detail oder sie führt hin zu einem Detail… In den Texten „des Schattenkundlers und Vergänglichkeitsforschers Walle Sayer“ (DIE ZEIT) geht es um den Punkt, den Augenblick, die Wendung, den Gedankensprung, mit oder durch den das Prosaische in Poesie übergeht. Wie wenige, heißt es über ihn, vermag er, was Paul Klee von der Kunst generell forderte: nicht das Sichtbare wiederzugeben, sondern sichtbar zu machen.
Referent: Walle (Walter-Hermann) Sayer, geboren 1960, ist Lyriker und Erzähler und lebt in Horb am Neckar. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, u.a. den Thaddäus-Troll-Preis, den Hölderlin-Förderpreis, das Hermann-Lenz-Stipendium, den Ludwig-Uhland-Förderpreis, den Gerlinger und den Basler Lyrikpreis Walle Sayer veröffentlicht seit 1984, zuletzt erschien: „Das Zusammenfalten der Zeit“, Prosagedichte, 2022. Für die Arbeit an seinem neuen Gedichtband, der Gedichte von 2019-2025 enthält, erhielt er das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds.
In Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung. Die Veranstaltung ist gebührenfrei. Um eine Spende vor Ort wird gebeten.
Nichts als Tage
Frida findet in Theo die große Liebe. Seine Familie mit dem Hof am Rand des Schwarzwalds gibt auch ihr Geborgenheit und Halt angesichts der herausfordernden Zeiten während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch Theos früher Tod hinterlässt eine nie zu schließende Lücke. Zusammen mit den gemeinsamen Kindern meistert Frida den entbehrungsreichen Alltag, unerschütterlich und stark durch die tiefe Verbundenheit mit den Menschen, die sie liebt. Noch als Großmutter bewahrt sie das Andenken an Theo, an seine Verluste und die ungelebten Träume. Ihre Enkelin Sissi wird die Geschichten weitertragen. Ein wunderbares Romandebüt in klarer, eindringlicher Sprache mit einem feinen Gespür für Gerüche und die Kraft der Erinnerung.
Referentin: Susanne Steck, geboren 1970 in Geislingen an der Steige, aufgewachsen in einem kleinen Dorf nahe Herrenberg, lebt seit dreißig Jahren in Tübingen. Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann eine Metzgerei in Unterjesingen. „Nichts als Tage“ ist ihr Romandebüt.
In Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung. Die Veranstaltung ist gebührenfrei. Um eine Spende vor Ort wird gebeten.