Philosophie
Kurse (4)
Loading...
Was ist Erkenntnis?
In diesem Kompaktkurs zur Einführung in Kants Philosophie werden wir uns in drei Sitzungen mit Kants theoretischer Philosophie auseinandersetzen. Bekanntlich hat Kant die Fragen der Philosophie überhaupt auf folgende drei berühmte Fragen zurückgeführt: 1) Was kann ich wissen?, 2) was soll ich tun? und schließlich 3) was darf ich hoffen?
In diesem Seminar werden wir uns auf die erste Frage beschränken, deren Beantwortung Kants theoretische Philosophie ausmacht.
Wir werden uns dazu an den Kernelementen seiner Erkenntnistheorie orientieren. Als Leitfrage unserer Sitzungen wird die Frage dienen: Was macht (wissenschaftliche) Erkenntnis aus? Ausgehend von dieser Fragestellung werden wir uns unter anderem mit Konzepten und Themen auseinandersetzen, die auch im Alltag eine Rolle spielen: was ist ein Begriff? Welche Formen von Aussagen gibt es? Kann ich etwas durch reines Nachdenken erkennen, mithin ohne auf Erfahrung zurückzugreifen?
Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Der Kurs möchte eine erste Begegnung mit philosophischen Fragen ermöglichen und baut auf dem gemeinsamen Erschließen von sperrigen Themen auf. Die Sitzungen sollten jeweils durch die Lektüre einzelner Textauszüge vorbereitet werden.
Antisemitismus - Was gibt es da zu erklären?
Wer nach „Erklärungen“ sucht, tappt meistens im Dunklen und findet nichts. Soziale Phänomene haben Geschichten, die sich rekonstruieren lassen und aus diesen Rekonstruktionen ergibt sich ein Verständnis für ihre Dynamik. Diese sollte man kennen, wenn man über solche Phänomene reden will.
Jan Philipp Reemtsma ist ein deutscher Literatur- und Sozialwissenschaftler. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Literatur des 18. und 20. Jahrhunderts, Zivilisationstheorie sowie Geschichte der menschlichen Destruktivität. Für seine Biografie über Christoph Martin Wieland erhielt er 2023 den Bayerischen Buchpreis.
Kulturtheorie der Moderne / Spätmoderne
Andreas Reckwitz gehört zu den einflussreichsten Soziologen der Gegenwart. In seinem Dekadenbuch "Die Gesellschaft der Singularitäten" hat er eine neue Interpretation unserer modernen Gesellschaft vorgelegt. Darin ordnet er die Entwicklung unserer Gesellschaft in den letzten fünf Jahrzehnten neu ein. Die Gesellschaft des Besonderen, der Singularitäten hat die Gesellschaft des Standards, des Gleichen abgelöst. Reckwitz betont auch, dass die Klasseneinteilung früherer Jahre nicht mehr zeitgemäß ist. Er spricht von einer "neuen Mittelklasse", die heute den gesellschaftlichen Mainstream vorgibt, d. h. tonangebend ist. Dies zeigt er an etlichen Beispielen, so z.B. beim Wohnen, Reisen, bei der Ernährung und beim Umgang mit dem Körper sowie beim Thema Bildung. Er benennt auch Probleme der "alten Mittelklasse" und der " Unterklasse". Im Seminar werden auch die Unterschiede zwischen Spätmoderne und Moderne aufgezeigt, denn nur so lässt sich die Analyse von Andreas Reckwitz, der die liberalen Demokratien in einer Krise sieht, historisch einordnen und verstehen. Im Seminar wird es um die Entwicklung unseres Landes in den letzten fünfzig Jahren gehen. Das Seminarmaterial wird gestellt.
Das Sein und das Nichts
Jean Paul Sartre wurde und wird als Philosoph oft zu wenig gewürdigt – nicht ganz ohne sein Zutun durch das weltanschauliche und politische Engagement. Aber sein frühes Hauptwerk (1943) ist eine systematische Theorie; es ist gar nicht leicht für die nachfolgenden Jahre Werke von ähnlicher Bedeutung zu nennen. „L’être et le néant“ entstand in intensiver Auseinandersetzung mit den Philosophien Hegels, Husserls und Heideggers, d. h. der für die Zeit maßgeblichen Tradition. Sartres verständnisvolle Darstellungen und Kritiken der “drei H.s“ sollen einen Schwerpunkt der Veranstaltung bilden. – Methodisch war er in aller Eigenheit Phänomenologe. Die daraus erwachsenen Darstellungen von Struktur und Prägung des menschlichen Bewusstseins sind detailliert und erhellend. Einige Beispiele sollen das dartun (u. a. die heute leider wieder allzu aktuelle Phänomenologie des Antisemitismus). – Auch die ethischen Konsequenzen seiner Theorie im von Sartre so benannten „Existentialismus“ gehören natürlich zum Thema.